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Weihnachtpyramide im Erzgebirgskeller

Eine Erzgebirgspyramide taucht den Belmer Tie zur Weihnachtszeit in festlichen Kerzenschein und hat ein Sommerlager in der Belmer Mühle

Jedes Jahr zum Ersten Advent wird der Keller der Belmer Mühle ausgeräumt, denn die dort eingelagerte Erzgebirgspyramide wird am Belmer Tie als ein ganz besonderer Weihnachtsschmuck aufgebaut.
Im Verlauf des Belmer Weihnachtsmarktes wird sie dann von Kindern feierlich „angeschoben“. Mit ihrer Höhe von 6,40 Metern ist sie die größte handgefertigte Weihnachtspyramide Norddeutschlands. Die Idee kam den Erbauern bei Besuchen in Schwarzbach, einem Stadtteil der Belmer Partnerstadt Elterlein im Erzgebirge. Als Mitglieder des Power Schützenvereins einige Jahre nach der Vollendung der deutschen Einheit dort eine Pyramide aus dem Erzgebirge sahen, reifte in ihnen schnell die Idee, auch die Bürger Belms zukünftig mit einem solchen Weihnachtsschmuck zu erfreuen.
Der damalige Bürgermeister Elterleins, Karl Weinhold, versprach seine Unterstützung und sagte zu, die Konstruktionspläne zu besorgen und sie den Belmern schnellstmöglich zur Verfügung zu stellen. Doch dann kam die Ernüchterung: Wenige Tage, nachdem die Reisenden wieder in ihrer Heimat angekommen waren, erreichte sie die niederschmetternde Mitteilung, dass es keine Pläne gebe! Allerdings waren die Belmer schon zu sehr vom Enthusiasmus und Arbeitseifer gepackt, als dass sie sich von diesem Rückschlag hätten aufhalten lassen. Schnellstmöglich machten sich einige von ihnen auf den Weg zurück nach Elterlein, um vor Ort so gut wie möglich die Original-Pyramide zu vermessen.
Nach der Rückkehr entwarf man auf Basis der Daten einen eigenen Plan und bastelte sofort munter drauflos. Errichtet wurde das Bauwerk komplett in handwerklicher Eigenarbeit der Mitglieder der Interessengemeinschaft Erzgebirgspyramide, die sich aus den Reisenden entwickelt hatte. Lediglich für die Figuren griff man auf die Hilfe eines professionellen Drechslers aus dem Erzgebirge zurück, wie sich die Mitglieder der ersten Stunde nicht ohne Stolz erinnern. Alle sind sich einig: ohne Friedrich Haunhorst, der leider 2012 verstarb, wäre das alles nicht möglich gewesen. Er war die ganze Zeit über die treibende Kraft hinter dem Projekt. Hierdurch und aufgrund des starken Engagements von Sponsoren konnte die Pyramide jedoch innerhalb eines Jahres fertiggestellt werden, so dass sie bereits 2001 erstmals das bunte Weihnachtsmarkttreiben begleitete.
Zum ersten „Anschieben“ kam dann auch eine Delegation aus Elterlein, um ihre Wettschulden zu begleichen. Im Erzgebirge hatte man nämlich nicht für möglich gehalten, dass die Belmer mit ihrem Vorhaben erfolgreich sein würden. Letztendlich gelang indes nicht nur der Bau der Pyramide, sie überragte das Vorbild sogar noch um 40 Zentimeter. Wie das Original in Schwarzbach wird auch die Belmer Zwillingspyramide zu Maria Lichtmess Anfang Februar abgebaut.
Sommerlager in der Mühle
Blieb nur noch zu klären, wo man das gute Stück den Sommer über lagern könnte. Doch auch hierfür konnte schnell eine Lösung gefunden werden: Der Belmer Mühlenkeller. So entstand aus der einstigen Rumpelkammer der „Erzgebirgskeller“. War dieser ursprünglich nur als Aufbewahrungsort geplant, entwickelte er sich doch über die Jahre zu einem regelrechten Schmuckkästchen. Heute treffen sich dort die über 30 Mitglieder der „Interessengemeinschaft Belmer Erzgebirgspyramide“ zu Versammlungen und um Reparaturarbeiten vorzunehmen. Sie bilden somit einen weiteren wertvollen Beitrag, die heutige Mühle zu einem Kulturzentrum zu machen.

c/o Text von Dominik Wilker, Belmer Kesselhaken Nr.8, 11/2012



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